Umbau und Sanierung eines Reihenendhauses in München, Obermenzig

Westseite Reihenhaus

Nordseite


Westseite Reihenhaus
Fotos: Stefan Müller-Naumann
München
Reihenendhaus
Bestand

Wohnzimmer

Außenansicht

Spitzboden

Wohnzimmer
München-Obermenzing entstand seit 1892 als „Villen-Colonie“ nach Plänen des Architekten August Exter. Ziel war kein Villenviertel im städtischen Sinn, sondern eine Siedlung aus individuellen Landhäusern für den gehobenen Mittelstand - mit standardisierten Grundrissen, jedoch großer Sorgfalt im Detail und hoher gestalterischer Qualität.
Eine im Krieg entstandene Baulücke in dieser sonst so schönen Gegend wurde Mitte der 1960er-Jahre mit vier Reihenhäusern geschlossen. Diese folgten standardisierten Grundrissen, verzichteten vollständig auf Individualität und gestalterische Qualität. Im Laufe der Jahre kamen zahlreiche unsensible Veränderungen hinzu.
Mit dem Erwerb des Reihenendhauses im Jahr 2015 bot sich die Chance zu einer grundlegenden Revitalisierung - sowohl in Bezug auf den städtebaulichen Kontext als auch hinsichtlich zeitgemäßer Wohnstandards. Dach und Gaube wurden erneuert, die Fassade gedämmt und Kunststofffenster durch neue Fenster und Türen aus Eiche ersetzt. Schiebeläden in feinen Aluminiumrahmen übernehmen den außenliegenden Sonnenschutz.
Ein zusätzliches Giebelfenster, ein Wintergarten sowie ein Holzschuppen für Fahrräder und Kinderwagen ergänzen das Gebäude. Auch der Garten wurde neu gestaltet.
Im Inneren wurden Sanitär- und Elektrotechnik vollständig erneuert und im Dachgeschoss ein zusätzliches Bad geschaffen. Der Rückbau des gemauerten Kamins ermöglichte zusätzliche Nutz- und Bewegungsflächen.
Zentrales Ziel war die Öffnung des Erdgeschosses: Diele, Küche, Essen und Wohnen gehen heute ineinander über und verbinden sich mit den Gartenflächen im Süden und Westen. Zwei tragende Wände wurden dafür durch eine filigrane Stahlkonstruktion ersetzt. Die übrigen Geschosse blieben weitgehend unverändert; der ehemalige Spitzboden wird über eine schlanke Spindeltreppe erschlossen.
Das Material- und Farbkonzept setzt auf Reduktion und hochwertige Materialien: weiß pigmentiertes Eichenholz, schwarz lackierter Stahl, Glas, Fliesen, weißer Putz mit farbigen Akzenten und Zink.
So wurde das vormals unscheinbare Reihenendhaus zu einem zeitgemäßen Bestandteil der historischen Siedlung transformiert – ein modernes Landhaus im Garten für eine junge Familie.

Objekt:
Revitalisierung eines Reihenendhauses von 1964,
Barystraße 2, 81245 München
Bauherr: Anne und Martin Prestel
Planung: Anne Prestel
mit Dr. Norbert Weickenmeier
Lph.: Lph. 1-9
BGF: 199,23 m²
Stand: Einzug VIII/2016
Fertigstellung V/2017





