Lamorna (Cornwall, UK)

Trewoofe Cottage

Bestand

Trewoofe (sprich: Trove) in Lamorna, einer noch heute bedeutenden Künstlerkolonie im Südwesten Cornwalls, unweit Penzance.

Ein aus grobem, grauem und unebenmäßig behauenem Granit gebautes Cottage, dessen ältester Teil, der wunderbar verzierte granitene Türstock ins Jahr 1120 zurückreicht, Teil einer alten Farmanlage, die einmal zusammengehörte und seit den 60er-Jahren nicht mehr bewirtschaftet wird,  mit einer erstaunlich großen, hölzernen Tür und einem schiefen, grauen Dach mit zwei steinernen Kaminen und kleinen, hölzernen Fenstern, das sich fast unauffällig in die Landschaft aus sanften, grünen Hügeln, saftigen Wiesen, bunten Gärten und einem – in dieser Gegend sehr seltenen – Wald einfügt, am Rande eines unsanften, wenig befahrenen Weges fast abseits der Zivilisation, aber nur einen Spaziergang vom Meer entfernt, kaum eine halbe Autostunde von Land’s End entfernt, dem äußersten und westlichsten Ende des Landes.

Was einem Roman von Rosamunde Pilcher entsprungen zu sein scheint, war über 40 Jahre lang bewohnt von einer alternden, am Ende sehr alten und alleinstehenden Dame, die sich zwar hingebungsvoll der Historie des Hauses verschrieben hatte, die Instandhaltung jedoch nur zurückhaltend betrieb.

So waren die niedrigen Holzdecken voller Kabel, die durch Löcher in den Balken die verschiedensten Lampen mit Steckdosen in der anderen Ecke des Raumes verbanden; im Erdgeschoss lag verblasstes Linoleum in der Küche, die durch eine ungeschickte, eher zusammengewürfelte Aufteilung sowie durch einen gigantischen Boiler viel des an sich großzügigen Raumes verschenkte. Der Kamin war leer und mit einem Strauß Plastikblumen geschmückt – aber seitlich fand sich noch ein alter Brotofen, sowie ein steinernes Regal, ehemals zur Trocknung des wertvollen, aus dem Meer gesammelten Salzes genutzt. Im Wohnzimmer, mit dickem Teppich ausgelegt, scharten sich Antiquitäten um den viel genutzten, geschwärzten Feuerplatz. Ein ebenfalls mit Teppich ausgelegter Flur führte zu einer Hintertür in den großzügigen Garten.
Ein winziges Bad, behindertengerecht mit einer Dusche ausgestattet, war vom Wohnzimmer abgetrennt.

Eine steile Treppe, in die eine winzige Abstellkammer integriert ist, stieg in die obere Etage, wo es neben einem in die Jahre gekommenen Badezimmer drei unterschiedlich große Schlafzimmer und sogar ein sog. „Coffin Hatch“ gab, eine von unten erreichbare Öffnung, die den Transport größerer Möbelstücke unter Umgehung der ohnehin zu  schmalen Treppe erlaubte.

Die niedrigen Decken, unter dem Teppich wackelnden und knarzenden Dielen, die Schiebefenster, die beiden Feuerstätten in Küche und Wohnzimmer und die für kornische Verhältnisse großzügigen Räume, dazu der großzügige Garten – Trewoofe hatte von Anfang an eine unglaubliche Ausstrahlung.

Hauptaufgabe der Innenausstattung war, den Charme des Hauses zu erhalten. Ich habe daher Farben der englischen Marke „Farrow and Ball“ benutzt, die alle Aspekte auch der äußeren Umgebung aufgreifen und im Haus widerspiegeln. Das Meer mit all seinen Facetten – und die sind besonders in Cornwall reichlich – das besondere Licht, die verschiedenen Grüntöne, selbst die rostigen Töne der an der Küste angespülten Wracks sind reichlich, dabei immer unaufdringlich enthalten und bilden den sanften Grundton der inneren Umgebung.

Dabei galt die Grundregel, dass alle hölzernen Komponenten, ob Decken, Böden, die Treppe, Fenster, Türen oder Regale, weiß gestrichen werden.

Alle Teppiche und das Linoleum wurden entfernt, im Erdgeschoss wurde grauer Schiefer aus der Region verlegt, die hölzernen Fußböden, durchweg simple Dielenbretter, und die Treppe im Obergeschoss wurden mit weißer Bootsfarbe gestrichen.

Das alte Badezimmer im OG wurde vollständig entfernt und neue Toilette, neues Waschbecken sowie eine neue Badewanne eingesetzt. Jedes Zimmer erhielt eine farbige Wand: das Bad erstrahlt in leuchtendem Blau (drawing room blue), ebenso die hintere Wand im Gästezimmer (hague blue), vor der ein gelbes Ligne-Roset  Sofa einen besonderen Farbakzent setzt. Die Schlafzimmerwand ist ein dunkles Aubergine (pelt), das zusätzliche Arbeitszimmer erhielt einen leichten Beige-Ton (skimming stone).
Lediglich die Wände im Schrankzimmer blieben weiß, da sie ohnehin nur auf einer Seite sichtbar sind.

Das Coffin Hole wurde mit einem rundum laufenden Bücherregal umbaut.

Das Treppenhaus wurde ebenso wie der Flur im EG in einem leichten Beige-Tone gestrichen (Elephant’s breath), im Wohnzimmer erhielt die Wand am Kamin einen dezent rötlichen Anstrich (Oxford stone). An der gegenüberliegenden Wand wurden Bücherregale aufgebaut, eine kleine Sitzgruppe ist dem Kamin gegenüber angeordnet. Im Teil des Zimmers, der zur Vorderseite ausgerichtet ist, hatte auch noch der kleine Steinway Platz.

In der Küche wurden alle Schränke nach Maß durch einen Schreiner angefertigt und in einem dunklen Türkisblau (incyra blue) gestrichen. Dazu passt die Wand in light blue um den Esstisch. Die Waschmaschine wanderte in das kleine EG-Bad.
Durch die neue Aufteilung der Möbel sowie durch die Entfernung des großen, nicht mehr benötigten Boilers, wurde Platz geschaffen.

Die beiden Einbauschränke wurden weiß gestrichen.

In den steinernen Kamin neben den Brotofen wurde ein Woodburner eingesetzt.

Im kleinen Bad im Erdgeschoss, dessen Wände wie im oberen Bad in leuchtendem drawing room blue gestrichen wurden, wurde die Dusche entfernt, an ihre Stelle rückte die Waschmaschine, über die durch große Regalbretter großzügiger Stauraum geschaffen wurde.

Im ganzen Haus wurden die diversen Lampen durch einheitliche Leuchten von Occhio ersetzt, deren Strahlkraft die Farben noch besser hervortreten lässt.

Entstanden ist ein gemütliches Haus, in dem sich verregnete Tage und die kornischen Winterstürme am prasselnden Feuer ebenso gut überstehen lassen wie leuchtende Sommertage, an denen der Garten durch die geöffneten Türen und Fenster quasi ins Haus integriert werden kann.
Es ist gelungen, den Charme und die ungeheure Ausstrahlung dieses kleinen Cottages zu bewahren.